Mein Ziel:
Ein Pferd, das dem Reiter gefallen will, weil es versteht, was von ihm erwartet wird, und somit in der Lage ist,
das Erwartete mit Leichtigkeit umzusetzen.
Ich strebe ein Pferd an, das den Grundsätzen alter, klassischer Traditionen entspricht.
Denn in der hier angestrebten Versammlung und Aufrichtung wird das Pferd nicht nur schöner, es wird auch motivierter und intelligenter.
Sein Geist, Körper und Seele gewinnen an Selbstbewußtsein und Ausstrahlung.
Mein Showpferd, der jetzt 7-jährige Quarterhorsehengst Sugar's Oleena Iceman, beherrscht neben den Reininglektionen auch alle klassischen
Seitengänge.
Dadurch sind fliegende Gallopwechsel in Serie für ihn kein Problem. Er piaffiert, kann spanischen Schritt sowie Passage.
Er macht Pesade und Levade. Aus der Kapriole haben wir das terre-à-terre entwickelt, woraus Sugar nun anfängt, in die Pirouette zu springen.
Ich kann mit ihm andere Hengste und auch Stuten als Handpferd arbeiten oder auf der Weide Rinder ropen.
Ausserdem legt und setzt er sich unter dem Sattel. Sugar ist nun im fünften Jahr seiner Ausbildung.
Dementsprechend trainiere ich ihn meist in den two-reins traditionell kalifornisch im spade-bit mit pencil-bosal untergelegt.
Trotzdem kann es immer noch passieren, dass er mich mal abbockt. Dies hat er leider als 2-jähriger zuerst gelernt. Er galt deshalb
als unreitbar und kam zur Korrektur zu mir. Da die Korrektur trotz bester Ausbildung nie vollständig erfolgt ist, blieb er bei mir und
wird auch bei mir bleiben. Durch die Erfahrung mit Sugar und anderen Korrekturpferden liegt mir eine verständnisvolle Grundausbildung
für jedes Pferd, egal welcher Rasse, und eine bestmögliche Weiterbildung, egal in welchem Reitstil, ganz besonders am Herzen.
Meine Vorgehensweise:
Ausgehend von der traditionellen kalifornischen Reitweise trainiere ich erst vom Boden aus und auch im Sattel, gebisslos mit
Knotenhalfter und später mit Bosal. Die Techniken, welche ich beim Bosaltraining anwende, nutze ich auch mit der Trense.
Auf diese Weise kann ich ein Hartwerden des Pferdes im Maul oder gar "Aufrollen" des Halses grundsätzlich verhindern und wenn nötig,
korrigieren. Das Bosal kann sehr komplex eingesetzt werden, es ist DER gebisslose Zaum mit dem ein Pferd über verschiedene Biege- und
Reaktionsübungen systematisch in die Versammlung am losen Zügel hineintrainiert wird. Das faszinierende am Training mit Bosal ist der
ständige Erhalt der Leichtigkeit. Sie ist nicht nur Ziel, sie ist ständiger Begleiter auf dem Weg zum Ziel.
Meist im Bosal oder in der Trense erarbeite ich die Grundlagen der schwierigen Westernlektionen, wie Spin, Sliding Stop und Rollback.
Im Bosal kann ich das Pferd sehr gut gymnastizieren, aber auch zu schnellen Reaktionen veranlassen, ohne ihm Schmerzen zuzufügen.
Schmerz hemmt und blockiert. Er sollte möglichst vermieden werden. Schmerz macht die Bewegungen steif und unsicher, weil Schmerz
das ganze Pferd verunsichert. Als weiteres Element, um Leichtigkeit zu erhalten und zu verbessern, trainiere ich die Pferde
in allen klassischen Seitengängen. Über die Seitengänge wird das Pferd gerade und zur Versammlung fähig, welche bis hin zu
Lektionen der Hohen Schule gesteigert wird, ohne die Leichtigkeit zu verlassen. Da ich die Möglichkeit habe, regelmäßig an
Rindern zu arbeiten, kann ich den Pferden so eine Aufgabe geben. Dies lockert Pferd und Reiter enorm. Denn der Fokus wird dabei auf
ein Ziel gelenkt.
Weg von sich selbst.
Meine Ansichten:
Zu allererst möchte ich ein Pferd haben, das mir Vertrauen und Respekt entgegen bringt. Dann möchte ich seine Aufmerksamkeit,
seine Reaktionen, um es lenken und anhalten zu können. Dadurch kann ich an der Verbesserung seiner seitlichen Balance arbeiten.
Danach geht es an die Versammlung, von hinten nach vorne und von vorne nach hinten. Es ist sehr wichtig, die Reihenfolge der Übungen,
die ein Pferd braucht, um lernen zu können, zu erfühlen. Dazu muss man Intuition entwickeln, sich in das Pferd hineindenken wollen.
In die Aufrichtung, also bergaufreiten, und Vorwärts-abwärts, also bergabreiten, diese beiden Techniken formen zusammen das Pferd.
Sie formen es, so wie Berg und Tal die Landschaft formen. Mal geht's bergauf, mal bergab. Entscheidend für harmonisches Reiten ist
dabei das Wechselspiel. Nur im Wechselspiel unterstützen sich die verschiedenen Techniken und das eine wird durch das andere verbessert.
Das Abwärtsdehnen verbessert die Aufrichtung und umgekehrt verbessert das Aufrichten die Abwärtsdehnung. Grundsätzlich finde ich die
Körperhaltung des Pferdes allerdings zweitrangig. Zuallererst will ich seine Aufmerksamkeit, damit ich in
jeder Lage und Körperhaltung sofort mit dem Pferd kommunizieren kann.
weitere Infos unter www.ernst-peter-frey.com